Stoppt den Kahlschlag im Münchner Bannwald! Für Kiesgewinnung gibt es naturschonendere Flächen

Glück-Konzern im TV (Quer, BR, 25.06.2020): Wohnmobil-Sparte wird von Kunden überrannt, der Camping-Boom durch Corona weiter verstärkt. Dem Konzern geht es blendend. Mitarbeiter werden nicht etwa entlassen, sondern dringend gesucht. Die Baustoff-Sparte, mit aufgekauften Kiesfirmen rund um München führend und breit aufgestellt, stellt nur einen kleinen Teil des Konzerns dar (s. unten).

Kreativer Protest: Riesen-Kreidezeichnung der Bürgerinitiativen auf dem Münchner Marienplatzes (siehe Beitrag München-TV 17.06.2020)

Podcast: 16 Min. Radio B5 Funkstreifzug (06.05.2020): Schattenseiten des Baubooms – Kiesabbau in Bayr. Wäldern / Recycling-Beton u. langlebige Baustoffe

Kommentar SZ (14.02.2020) zu unserem Vorschlag ‚Flächentausch‘: Kompliziert, aber machbar.

42 Hektar (ca. 59 Fußballfelder) sind im wertvollen, streng geschützten Bann- und Erholungswald Forst Kasten vom Kahlschlag bedroht. Im Planegger Holz (‚Dickwiese‘) waren 24 Hektar (ca. 33 Fußballfelder) geplant, insgesamt 66 Hektar! Am 2.12.2019 hat der Konzern Glück den Antrag für die Dickwiese aus strategischen Gründen vorerst zurückgezogen. Nun geht es für uns alle darum, Forst Kasten zu retten. Wir hoffen, dass der Münchner Stadtrat den FSC-zertifizierten Münchner Stiftungswald nicht dem Kahlschlag preisgibt.

50 Jahre Kahlschlag und Kiesabbau im Würmtal zur Rohstoffversorgung ganz Münchens sind genug.
In der Münchner Schotterebene gibt es waldfreie Flächen, verkehrlich besser erschlossen als das Würmtal, weit entfernt von Ortschaften, aber nah genug an Münchens Baustellen, die vor allem im Westen und Norden liegen, nicht im dicht besiedelten Würmtal. Sie wären gleich nach der Auskiesung wieder nutzbar – im Gegensatz zum Wald, der Jahrzehnte braucht, um nachzuwachsen.

Es müsste geprüft werden, ob die Stadt München Tauschflächen für die Heiliggeistspitalstiftung nutzen kann. Fürs Erste hat das Sozialreferat der Idee eine Absage erteilt: Antwort_Stiftung_StadtMue_kein-Flaechentausch_ForstKasten-1

Zerstörter Forst Kasten 2019: Sicht vom Süd-Ende der Grube bei Krailling bis München. Mindestens 30 ha Schneise zwischen Krailling, Planegg, Neuried und München, wo früher unser Wald war. Mehrfach geschützt: Bannwald, Landschaftsschutzgebiet, Regionaler Grünzug, Erholungs- und Klimawald (lt. Bay. Waldfunktionskarte)
Historie Abbau Forst Kasten Nord –> Süd: Hellblau: Ausgekiest u. verfüllt alte Genehmigung. Gelb: Aktuell genutzte Genehmigung, teils wiederverfüllt. Schwarz: in Arbeit. Grau: geplant. Lila: Planegger Gemeindegrenze
Schneise: Vom Kieswerk oben im Bild bis hinunter zur aktuellen Kiesgrube liegt nur mehr Müll und Bauschutt im Boden. Südlich und südöstlich der aktuellen Grubenspitze sind weitere 42 Hektar Wald akut bedroht. Das ist die Fläche bis zum nächsten, darunterliegenden West-Ost-Waldweg, den täglich viele Spaziergänger, Radler auf dem Weg nach Neuried sowie Sportler nutzen.

Der Caravaning- und Baustoff-Konzern Glück ist viel breiter aufgestellt, als im Würmtal bekannt ist. Er besitzt mehrere Kieswerke rund um München, etwa Xaver Riebel oder Mühlhauser. Im Bundesanzeiger (Suchbegriffe Kies Glück) kann man die Konzernstruktur nachlesen. Der Konzern lebt hauptsächlich vom Caravaning (Wohnmobile), wo er bundesweit zu den Marktführern gehört (Konzernbericht 2017/18) .

Nur ein geringer Teil des Gesamtumsatzes kommt von Baustoffen, wobei laut Konzernbericht 2017/18 das Abbauvorkommen des Konzerns in allen Werken für die nächsten Jahre gesichert ist. „Die vorhandenen Abbaugenehmigungen erlauben eine mittelfristige Planung“, heißt es da.

In unserem Wald vermutet: seltene Haselmaus (© BUND/Ralf Meyer)

„An unserem Konzept, Deutschlands größtes Caravaning Zentrum zu präsentieren, halten wir auch in Zukunft fest. … Im Bereich der Werkstätten werden wir daher weiterhin konsequent neues Personal suchen, aus- und weiterbilden, um so den hohen Standards gerecht zu werden.“

In anderen Regionen Südbayerns ist Kiesabbau auf Brach- und Ackerland die Regel. Wir haben alle Regionalpläne durchgeschaut. Diese Regionen haben viele kleinere Gruben, wir diese riesige Schneise mitten im Bannwald Forst Kasten.

Mit unserem WÜRMTAL-APPELL 2019 (ca. 15.000 Unterschriften) und zahlreichen Aktivitäten, über die viele Medien berichtet haben, setzen wir uns für unseren Wald ein.

Nur vorübergehend vom Tisch: Planegger Holz: die blau gefärbte Raute zwischen Germering, Gräfelfing und Planegg. Nicht weit entfernt im Planegger Holz: Klosterwald Maria Eich mit Methusalem-Eichen und bedrohten Urzeit-Käfern