LOCHHAMER SCHLAG

12.06.2021: Der Glück-Konzern aus Gräfelfing will unbedingt auskiesen und unseren Wald dafür abholzen, obwohl er weitere Kiesgruben rund um München in waldfreiem Gebiet und einen riesigen, florierenden Caravan-Handel besitzt (Bundesanzeiger.de, Suchwort Kies Glück).

Beraten von der in Politik und Verwaltung eng vernetzten Lobby- und PR-Agentur Heller & Partner (s. SZ 07.07.2019) kämpft er um weitere Auskiesungsrechte in Forst Kasten – wo aber die Fa. Huber aus Neuried vom Stadtrat den Pachtvertrag zugesprochen bekam (Glück’s Berufungsprozess hiergegen läuft noch).

Nun macht er Druck mit einem weiteren Antrag auf Abgrabungsgenehmigung (= Auskiesung), im Bannwald ‚Lochhamer Schlag‘ bei Hadern, auf Gräfelfinger Flur. SZ vom 14.06.2021, MIT LAGEPLAN BEIDER KIES-GEBIETE: Weitere zwölf Hektar Wald in Gefahr (Zusätzliche Pläne des Glück-Konzerns zu Forst Kasten, im Lochhamer Schlag bei Hadern)

Der Bauausschuss Gräfelfing hat am 17.06.2021 zwar den Antrag zunächst abgelehnt, dafür sprach sich lt. MM vom 18.06.2021 in der Abstimmung allerdings Ochmaa Göbel (CSU) aus. Jetzt ist das Landratsamt am Zug, und Landrat Göbel (CSU), ehemals Bürgermeister in Gräfelfing, macht aus seiner positiven Einstellung gegenüber dem Glück-Konzern keinen Hehl. Der Gemeinderat bestätigte lt. SZ am 29.06.2021 die Sicht des Bauausschusses.

Sogar die Münchner CSU in Person des Haderner Stadtrats Stadler spricht sich gegen die Auskiesung im Lochhamer Schlag aus – wobei der letzte Satz der Stellungnahme dann doch nicht nach totaler Ablehnung, sondern nur nach einer Forderung nach Genehmigungsauflagen klingt. Zitat: ‚Es ist kein gutes Zeichen in Zeiten des Klimanotstandes, ein über 11,4 Hektar großes Waldstück auszukiesen. Der Zeitrahmen und der Grundwasserschutz müssen unbedingt bedacht werden.‘

2021-06-17_BA_Beschlussvorlage_Kiesgrube-Lochhamer-Schlag_ERGÄNZT

1985 hat der Konzern das gleiche Manöver angewendet, damals leider erfolgreich (auf Kosten von Forst Kasten). Zitat SZ-Artikel vom 29-08-1985: „Nicht wenige Kommunalpolitiker, die dem Antrag der Firma Glück [im Lochhamer Schlag] von vorneherein kaum Erfolgschancen eingeräumt haben, vermuten nun, dass es sich dabei lediglich um einen ‚Versuchsballon‘ gehandelt haben könnte. Das Unternehmen, so spekuliert man, will auf diese Weise schneller an ihre im Forst Kasten positiv beurteilten Kiesabbauflächen herankommen. Ihretwegen liegt es nämlich mit der Gemeinde Planegg seit Monaten im gerichtlichen Streit. Und hier habe das Unternehmen, so die Auffassung des Landratsamtess München, die besseren Karten, weil die Weigerung der Gemeinde Planegg, dem Abbau stattzugeben, ‚eindeutig rechtswidrig‘ sei.“

Unser Fazit: Egal ob Forst Kasten, Lochhamer Schlag, Dickwiese/Planegger Holz: Die Bürgerinitiativen, AktivistInnen, Menschen in der Region und darüber hinaus lassen sich nicht auseinanderdividieren! Wir stehen gemeinsam auf gegen den Raubbau in allen 3 Waldgebieten – sie alle sind klimarelevanter Erholungswald und Teil des Münchner Bannwald-Gürtels!