Tauschflächen möglich? Kiesabbau nur in waldfreien Gebieten! Der Caravaning- und Baustoff-Konzern Glück steht auch ohne Kiesabbau finanziell hervorragend da

50 Jahre Kahlschlag und Kiesabbau im Würmtal sind genug. Wir Würmtaler haben 60 Jahre lang entscheidend zur Rohstoffversorgung ganz Münchens beigetragen. Wir können ein ruhiges Gewissen haben, wenn wir sagen: Kiesabbau ab sofort nur noch in waldfreiem Gebiet!
Rund um München gibt es hunderte Hektar Brach- und Ackerland, weit entfernt von Ortschaften, aber nah genug an Münchens Baustellen, die vor allem im Westen (z.B. Freiham) und Norden liegen, nicht im dicht besiedelten Würmtal. Sie wären sofort nach der Auskiesung wieder für Landwirtschaft nutzbar – im Gegensatz zum Wald, der Jahrzehnte braucht, um nachzuwachsen, und der Bevölkerung fehlt.

Diese waldfreien Flächen ermöglichen regionalen Kiesabbau mit kurzen Fahrwegen und den Einsatz mobiler Verarbeitungsanlagen. Man müsste versuchen, entsprechende Flächen zu sichern, anstatt auf unsere Wälder zurückzugreifen. Es müsste geprüft werden, ob die Stadt München Tauschflächen für die Heiliggeistspitalstiftung nutzen kann.

Der Konzern Glück ist viel breiter aufgestellt, als im Würmtal bekannt ist. Er besitzt mehrere Kieswerke rund um München, etwa Xaver Riebel oder Mühlhauser. Im Bundesanzeiger (Suchbegriffe Kies Glück) kann man die Konzernstruktur nachlesen. Der Konzern lebt hauptsächlich vom Caravaning (Wohnmobile), wo er bundesweit zu den Marktführern gehört, und steht finanziell hervorragend da.

Nur ein geringer Teil des Gesamtumsatzes kommt von Baustoffen, wobei laut Konzernbericht 2017/18 das Abbauvorkommen des Konzerns in allen Werken für die nächsten Jahre gesichert ist. „Die vorhandenen Abbaugenehmigungen erlauben eine mittelfristige Planung“, heißt es da.

„An unserem Konzept, Deutschlands größtes Caravaning Zentrum zu präsentieren, halten wir auch in Zukunft fest. … Im Bereich der Werkstätten werden wir daher weiterhin konsequent neues Personal suchen, aus- und weiterbilden, um so den hohen Standards gerecht zu werden.“ Die Zukunft des Konzerns, der neue Mitarbeiter sucht, ist demnach nicht in Gefahr.

Sicht vom Süd-Ende der Grube auf Höhe Krailling bis München. Mindestens 30 ha Schneise, über Jahre gewachsen, wo früher unser Wald war. Liebe Münchner Stadträte: Wollen Sie das wirklich fortsetzen? Das ist unsere Heimat – und Ihr Bann- und Erholungswald!

In anderen Regionen Südbayerns ist Kiesabbau auf Brach- und Ackerland die Regel. Wir haben alle Regionalpläne durchgeschaut. Diese Regionen haben viele kleinere Gruben, wir diese riesige Schneise mitten im Bannwald Forst Kasten.

42 Hektar (ca. 59 Fußballfelder) sind im Forst Kasten aktuell gefährdet. Im Planegger Holz (‚Dickwiese‘) waren zunächst 24 Hektar (ca. 33 Fußballfelder) geplant, also zusammen 66 Hektar! Am 2.12.2019 hat der Konzern Glück den Antrag für die Dickwiese aus strategischen Gründen vorerst zurückgezogen. Nun geht es für die Bürger des Würmtals, Münchens und der ganzen Region darum, Forst Kasten zu retten!

In unserem Wald vermutet: seltene Haselmaus (© BUND/Ralf Meyer)

Möchten Sie helfen? Klicken Sie rechts im Menü auf ‚Aktiv werden‘! Sammeln Sie Unterschriften (WÜRMTAL-APPELL 2019 , Stand 05.01.2020: 14.000 Unterschriften).

Gefährdete Fläche Planegger Holz: die blau gefärbte Raute zwischen Germering, Gräfelfing und Planegg
Nicht weit entfernt: Klosterwald Maria Eich mit Methusalem-Eichen und bedrohten Urzeit-Käfern
Zerstörter Forst Kasten 2019: Eine Schneise klafft zwischen Krailling, Neuried, Planegg und München. Bis hier wieder richtiger Wald steht, vergehen Jahrzehnte! Das droht nun auch dem Planegger Holz.
Historie Abbau Forst Kasten Nord –> Süd: Hellblau: Ausgekiest u. verfüllt alte Genehmigung. Gelb: Aktuell genutzte Genehmigung, teils wiederverfüllt. Schwarz: in Arbeit. Grau: geplant. Lila: Planegger Gemeindegrenze