Stoppt den Kahlschlag im Münchner Bannwald!

Aktueller Stand (Merkur 08.09.2020) Gutachten: Stadträte können Kahlschlag und Kiesabbau stoppen ohne private Haftung fürchten zu müssen

(Merkur 02.09.2020) Glück-Konzern hofft auf Handel mit der Stadt über Kahlschlag im Forst Kasten

Glück-Konzern im TV (Quer, BR, 25.06.2020): Die Wohnmobil-Sparte wird von Kunden überrannt, der Camping-Boom wächst weiter. Mitarbeiter werden nicht etwa entlassen, sondern gesucht. Die Baustoff-Sparte ist nur ein kleiner Teil des Konzerns (s. unten).

Kreativer Protest: Kreidezeichnung auf dem Münchner Marienplatz (s. München-TV 17.06.2020)

Podcast: 16 Min. Radio B5 Funkstreifzug (06.05.2020): Schattenseiten des Baubooms – Kiesabbau in Bayr. Wäldern / Recycling-Beton

Kommentar SZ (14.02.2020) ‚Flächentausch‘: Kompliziert, aber machbar.

42 Hektar (ca. 59 Fußballfelder) aus dem Besitz der Heiliggeistspitalstiftung der Stadt München sind im geschützten Bann- und Erholungswald Forst Kasten auf Planegger/Neurieder Flur vom Kahlschlag bedroht. Im Planegger Holz (‚Dickwiese‘) waren weitere 24 Hektar (ca. 33 Fußballfelder) gefährdet, also 66 Hektar gesamt. Am 02.12.2019 hat Glück den Antrag ‚Dickwiese‘ vorerst zurückgezogen. Nun hoffen wir, dass der Münchner Stadtrat den FSC- und Naturland-zertifizierten Stiftungswald Forst Kasten rettet. Immerhin hat der Stadtrat 2019 per Beschluss selbst den sog. Klimanotstand ausgerufen!

50 Jahre Kahlschlag und Kiesabbau im Würmtal sind genug.
In der Münchner Schotterebene gibt es waldfreie Flächen, verkehrlich besser erschlossen als das Würmtal, weit entfernt von Ortschaften, aber nah genug an Münchens Baustellen, die vor allem im Westen und Norden liegen, nicht im dicht besiedelten Würmtal. Sie wären gleich nach der Auskiesung wieder nutzbar – im Gegensatz zu neu angepflanztem Wald, der Jahrzehnte braucht, um sich zu entwickeln.

Es müsste geprüft werden, ob die Stadt München Tauschflächen nutzen kann. Fürs Erste hat das Sozialreferat der Idee eine Absage erteilt: Antwort_Stiftung_StadtMue_kein-Flaechentausch_ForstKasten-1

Zerstörter Forst Kasten 2019 (Blick vom Süd-Ende bei Krailling bis München). Mind. 30 ha Schneise zwischen Krailling/Planegg/Neuried/München. Bannwald, Landschaftsschutzgebiet, Regionaler Grünzug, Erholungs- u. Klimawald (lt. Bay. Waldfunktionskarte)
Historie Abbau Forst Kasten von Nord nach Süd: Hellblau: Ausgekiest u. verfüllt alte Genehmigung. Gelb: Aktuell genutzte Genehmigung, teils wiederverfüllt. Schwarz: in Arbeit. Grau: geplant. Lila: Planegger Gemeindegrenze
Vom Kieswerk oben im Bild bis zur Kiesgrube im Wald liegt nur mehr Müll und Bauschutt im Boden. Südl. u. südöstl. der Grube sind 9,5 + ca. 32 ha bedroht. (Fläche bis zum nächsten, südl. liegenden West-Ost-Waldweg, den Spaziergänger, Sportler und Radler auf dem Weg nach Neuried nutzen)

Der Caravaning- und Baustoff-Konzern Glück ist viel breiter aufgestellt, als im Würmtal bekannt ist. Er besitzt Kieswerke rund um München, z.B. Xaver Riebel oder Mühlhauser. Im Bundesanzeiger (Suchbegriffe Kies Glück) findet man die Konzernstruktur. Der Konzern lebt hauptsächlich vom Caravaning (Wohnmobile), wo er bundesweit zu den Marktführern gehört (Konzernbericht 2017/18) .

Nur ein geringer Teil des Gesamtumsatzes kommt von Baustoffen, wobei laut Konzernbericht 2017/18 das Abbauvorkommen des Konzerns in allen Werken für die nächsten Jahre gesichert ist. „Die vorhandenen Abbaugenehmigungen erlauben eine mittelfristige Planung“, heißt es da.

Im Wald vermutet: seltene Haselmaus (© BUND/Ralf Meyer)

„An unserem Konzept, Deutschlands größtes Caravaning Zentrum zu präsentieren, halten wir auch in Zukunft fest. … Im Bereich der Werkstätten werden wir daher weiterhin konsequent neues Personal suchen, aus- und weiterbilden, um so den hohen Standards gerecht zu werden.“ Von Jobverlusten im Konzern kann also keine Rede sein.

Mit unserem WÜRMTAL-APPELL 2019 (ca. 15.000 Unterschriften) und zahlreichen Aktivitäten, über die viele Medien berichtet haben, setzen wir uns für unseren Wald ein.

Nur vorübergehend vom Tisch: Planegger Holz: die blaue Raute zw. Germering, Gräfelfing und Planegg. Nicht weit entfernt im Planegger Holz: Klosterwald Maria Eich mit Methusalem-Eichen und seltenen Urzeit-Käfern